nikifor krynicky

(1895, Krynica-Zdrój bis 1968, Folusz)

Nikifor begann vermutlich im Alter von 13 Jahren mit seiner künstlerischen Tätigkeit. Ein großer Teil seiner Bilder besteht aus Gebäude- und Stadtansichten, meist Verbindungen aus Realität und Phantasie. Andere Motive sind Landschaftsbilder, Menschendarstellungen – zum Teil Auftragsarbeiten – und Selbstportraits, in denen er sich gerne als Bischof, Richter oder Heiligen präsentierte. Häufig findet man am unteren Blattrand eine Buchstabenfolge, die er möglicherweise einfügte, um sein Analphabetentum zu verbergen. Nikifor ließ sich von Ansichtskarten und Ikonen inspirieren. Papiermangel führte dazu, dass er vielfach kleinformatige Arbeiten auf Wegwerfmaterialien wie Zigarettenschachteln oder Packpapier schuf. Er verwendete meist Bleistift, Wachsstifte, Gouache- oder Aquarellfarben.

Der Pole wurde als Sohn einer taubstummen Bettlerin, die der ethnischen Minderheit der Lemken angehörte, und eines unbekannten Vaters geboren. Der obdachlose Analphabet begann ca. 1915 zu malen. Er lebte den Großteil seines Daseins in dem Kurort Krynica-Zdrój und verkaufte seine Bilder an Kurgäste. Ca. 1930 wurde die Kunstwelt auf seine Bilder aufmerksam. Seine erste Ausstellung fand 1949 in Warschau statt, neun Jahre später gab es Ausstellungen im Ausland wie Paris, Amsterdam oder Frankfurt am Main. Seine Werke fanden internationale Anerkennung und sind in zahlreichen Museen und Privatsammlungen wie in der Sammlung des Museums Charlotte Zander in Bönnigheim oder in der abcd collection, Montreuil zu finden. 1995 wurde das Nikifor-Museum in Krynica-Zdrój eröffnet.